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v. 15. Mai 2012
Optimale Vorgehensweise? Welche Strategien kommen in Betracht? Die erste Aufgabe ist, geeignete Strategien zu klären. Dies ist für jeden Studienbewerber anders gelagert. Es ist sehr abhängig von den Eckdaten des jeweiligen Einzelfalles, nicht nur von der Abiturnote. "Strategie"? ... ein geeigneter Plan 1, auxiliär Pläne 2, 3,... Strategie 1: Quereinstieg: Unverändert möglich, recht sicher, aber fordernd: Der QUEREINSTIEG erfolgt über ein anderes Studienfach - meist naturwissenschaftich: Häufige Umwegfächer: Physik, Chemie, Biologie,.... Häufigste Zielfächer des Wunschstudiums mit NC (Numerus Clausus, nicht "Nummerus") sind Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, (mit Hochschul-NC:) Psychologie und Pharmazie Das Prinzip dieses Quereinstieges lautet, in anderen Fächern Übungsscheine zu erwerben: Biologie, Chemie, Physik, Terminologie, Anatomie, Medizinische Psychologie, Physiologie, Biochemie, HIstologie und andere - je nach Zielfach (ZM. HM,...)und nach Möglichkeiten im Umwegstudium.Zu erreichen ist im ersten Schritt die Bescheinigung der Äquivalenz (Gleichwertigkeit, Äquivalenzbescheinigung). Im zweiten Schritt ist eine Anerkennung durch das Prüfungsamt nötig (Landesprüfungsamt). Auf diese Weise kann eine Bewerbung bereits in ein höheres Fachsemester des eigentlichen Wunschstudiums erfolgen - unmittelbar bei den Universitäten. Denn das zentralisierte Bewerbungsverfahren von hochschulstart.de gilt nur für Bewerbungen zum allerersten Semester. Hilfe zum Quereinstieg gelingt nicht mit einem nur beiläufigen Wissen. Beispielsweise bedeutet grundlegendes Juristenwissen auf keinen Fall von vornherein eine Eignung als Berater für die detaillierten speziellen Probleme des Quereinstieges. Die Hilfe beim Quereinstieg muss ein Schwerpunkt der Arbeit sein. Sie erfordert ein Maximum an spezifischer Kompetenz. Die Erfahrungen von Medizinerm unter den Eltern über Quereinsteiger sind übrigens nicht ohne weiteres übertragbar. Einst war Quereinstieg eine in weitem Umfang geduldete Lösung zugunsten der besonders Engagierten für den medizinischen Beruf. Während der nachfolgenden insgesamt 30 Jahre ist die Menge der Wartenden aber derart gewachsen, dass eine solche Kanalisierung des Problems zu einer Belastung für die Hochschulen wurde. Deshalb wurden viele Hürden eingerichtet, die am ehesten mit versierter Routine und Erfahrung gemeistert werden können. Aussichten? - Eher gut. - Durchführung: Extrem komplex - anders als früher.... Die Aussichten, also Ihre Chancen auf das Wunschstudium / auf den Wunsch- Studienplatz, können für Quereinsteiger zwar relativ gut beurteilt werden. Das Ineinandergreifen der Anforderungen und Übungsscheine zwischen Fakultäten und Studienplänen ist in Zeiten des Bachelor jedoch erschwert.... und geeignete Bachelor- Studiengänge sind meist ebenfalls NC-Fächer (Hochschul-NC). Zwar kann man Probleme meist umschiffen; aber das Gewusst-Wie muss man hierfür wissen. Vorstehendes gilt für die Studienfächer Humanmedizin, Zahnmedizinstudium, Tiermedizinstudium. Für das Psychologiestudium ist eine vielschichtigere Optimierung nötig. Strategie 2: Studienplatzklage zum Erstsemester Am intensivsten wird für Medizinfächer geklagt, die über hochschulstart.de (früher: ZVS = zvs.de) zu beantragen sind, ferner für Psychologie. - Die Arbeitshilfen dieser Website gehen auf das Klageverfahren nicht intensiv ein. Denn die auf solche Klagen spezialisierten Anwaltskanzleien und Anwälte liefern hierzu im Internet insgesamt eine überreichliche Informationsbreite (Hochschulrecht). Jeder hierzu fachkundige Anwalt ist ein nützlicher Gesprächspartner für Ihre Vorklärung beim eventuellen Einklagen. Auf dieser Website erfolgen deshalb nur hilfreiche ergänzende Schlüsselhinweise. Am bekanntesten ist die Studienplatzklage zum Erstsemester, insbesondere zum ersten Fachsemer der Humanmedizin und der Zahnmedizin. - Zu diesen Klageformen wird oft erörtert: Kostenhöhe, nur recht begrenzte Erfolgs- Wahrscheinlichkeit, Gerechtigkeits- Problematik. Hat eine solche Studienplatzklage aber Erfolg, so ist es ein rascher Zugang zum Studienplatz - meist wohl völlig unabhängig von der Abitur-Gesamtnote. Siegt die Hochschule allerdings in der nächsten Instanz, so endet es zwangsweise mit Abbruch des Studiums und zwangsläufig mit Ausbruch von Tränen. Zu beachten sind auch die Erschwernisse für spätere Studienabschnitte. In vielen oder den meisten Verfahren muss wahre Auskunft gegeben werden, wie der Eintritt in das Medizinstudium erreicht wurde. Diese Hürdern regeln sich maßvoll gut, sofern die zwischenzeitlichen Studienleistungen überzeugend sind und sofern die Abiturnote immerhin bereits im besseren Bereich war. Trifft beides nicht zu, so werden die späteren Hürden weniger leicht fallen. Allerdings sind diese späteren Hürden meist immer noch leichter meisterbar als der Zutritt zum Erstsemester. Für die vielen Fragen der Kostentragung / Kostenerstattung und der eventuellen Rechtsschutzversicherung finden Sie weiter unten in diesem Text noch detaillierte Informationen. Strategie 3: Einklagen / höheres Fachsemester Bei bereits erbrachten Studienleistungen über Quereinstieg kann eine Klage in ein höheres Fachsemester in Betracht kommen (ferner auch bei Studienplatzwechsel und Studienplatztausch). Sie ist nicht zu verwechseln mit der Klage zum Erstsemester... Nämlich: Geringere Kosten möglich; hohe Erfolgsquote ("nahezu 100%", wird zuweilen - ungeprüft - berichtet). Dieser Erfolg ist legitim. Denn der Bewerber hat bereits erste Studienleistungen in einem anderen Fach (oder im Ausland) erfolgreich erbracht. Durch diesen Eignungsbeleg und Willensbeleg verliert eine eventuell "unglückliche" Abiturnote an Gewicht. Allerdings liegt die Nachfrage wohl deutlich oberhalb der Verfügbarkeit von frei werdenden Studienplätzen. Die Wahrscheinlichkeiten für den Klageerfolg könnten deshalb zukünftig ungünstiger werden. Strategie 4: Alternative Möglichkeiten Zusätzlich sind Alternativen wahrzunehmen: Beispiel Losverfahren (Aussichten aber minimal bis inexistent). Beispiel Auswahlverfahren: Aussichten fallabhängig; wichtig ist exakt optimierte Bewerbung - Ortspräferenz u.a.m. - zwischen den Universitäten im gesamten Bundesgebiet.
Strategie 5: Studieren im Ausland Ein Abiturient in Deutschlang mit dafür geeignete Voraussetzungen kann durchaus sinnvoll den Schwerpunkt beim bundesweiten Quereinstieg ansetzen (als Bewerber bei staatlichen deutschen Universitäten). Vor- und Nachteile des Auslandsstudiums werden überschaubar, sobald der Studienplatz-Bewerber (und seine ihn finanzierenden Eltern) die Details und die direkten und die mittelbaren Kosten prüfen. Zu prüfen ist auch die Problematik der Rückkehr für spätere Studienabschnitte (oder die der Anerkennung für ein vollständiges Medizinstudium im Ausland). Ihre eigene Überprüfung im Internet über Studieren im Ausland ist sinnvoll. Bevor Sie den Quereinsteig als bessere Alternative werten und wählen, ist es gut, sich sicher zu werden, nichts versäumt zu haben. Typische Suchziele von Deutschland aus für ein Auslandsstudium: Granz, Wien, Innsbruck, Salzburg (Österreich); Schweiz; Semmelweis-Universität in Budapest, Szeged, Pécs (Ungarn); Niederlande = Holland (Beispiel: Groningen); Polen (Stettin); Italien; - oder auch Länder in Südamerika und Nordafrika - oder andere Länder. - Studium deutsch- oder englischsprachig (oder in anderer Landessprache). Hier ein paar weniger häufig erörterte Länder für Ihre Klärung per Internet: Großbritannien / England, Frankreich, Spanien, Belgien, Italien, Portugal, Griechenland. Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland. USA, Canada / Kanada, Australien, Israel. China, Indien, Vietnahm, Indonesien. Tschechien, Slowakei, Bulgarien, Rumänien, Russland, Ukraine. Brasilien, Argentinien, Chile, Mexiko. Türkei, Marokko, Algerien, Libyen (fehlerhaft: "Lybien"), Tunesien, Ägypten, Libanon, Syrien. Wichtig ist an sich immer die Frage des Rechtes, später nach Anerkennung als Arzt in Deutschland praktizieren zu können. Allerdings stellt sich die Frage meist nur vorher. Wer in einem Land mit vernünftiger Lebensqualität sein Studium absolviert, der wählt sehr oft oder meistens, die dort entstandenen Bindungen zu pflegen. Anders herum ausgedrückt, die Rückkehrquote ist dann letztlich vielleicht gering. So lange Deutschlands Politiker meinen, die jeweils rund 200 000 Euro der akkumulierten "Kosten eines Bürgers" bis zum Abitur ins Ausland verschenken zu wollen, so kann man gegen derart viel ökonomische und bildungsrechtliche Blindheit nicht viel ausrichten. Wenn das Interesse der NC-Bürokratie die Priorität behält, so absurd funktionieren zu dürfen wie bisher, so ist der Fall hoffnungslos. Dann werden immer mehr Abiturienten eben mit den Füßen abstimmen. Viel Glück also beim eventuellen Auslands-Abenteur. Die Welt ist groß und an sehr vielen Stellen sehr schön. Der besondere Reiz, zwei Kulturen in einem einzigen Kopf zu tragen, ist eine Zugabe, sobald Sie es probieren und wagen. In vielen Ländern werden Abiturienten aus Deutschland sehr gerne akzeptiert. Oft sind entsprechende Sprachkenntnisse der ausschlaggebende Faktor für einen erleichterten Zugang zum Wunschstudium. Oft bestehen Quoten für Ausländer, so dass sogar eine Privilegierung gegenüber Inländern des jeweiligen Landes in Betracht kommen kann. Strategie 6: Praktika und ähnliche fachnahe Nachweise Je mehr der Bewerber fachspezifische Praktika, Ausbildungen und Nachweise mit Beziehung zu seinem Wunschstudium vorweisen kann, desto mehr verliert die Abitur-Gesamtnote an Gewicht. - Beispiele: Praktika bei medizinischen Diensten, medizinische Ausbildungen, medizinnahe Aktivitäten. Dies erleichtert den Einstieg in das Wunschstudium in allen Fällen, in denen Ermessensentscheide stattfinden. Wer die gesamte nutzbare Zeit seit dem Abitur für medizinnahe Aktivitäten einsetzte und alle benoteten Leistungen problemfrei meisterte, der trifft dann natürlich auf die volle Bereitschaft: "Den / die wollen wir!" Solche Ermessensentscheide stehen beispielsweise an, wenn im Rahmen des Quereinstiegs ein Eintritt in ein höheres Fachsemeste - also ab Semester 2 - beantragt wird. Sofern dies ohne die Kosten eines Rechtsstreites erreicht werden soll, ist ein einwandfreies Gesamtbild hilfreich. Je nach der Zusammensetzung und Intelligenz und Befugnis eines prüfenden Gremiums kann die Bedeutung der Abiturnote dann in den Hintergrund treten. Allerdings, wer den Umweg der Zahnmedizin für den Quereinstieg in das Wunschfach Humanmedizin wählen kann oder muss, sollte mit strategischem Bedacht handeln. Eine Priorität von Praktika in der allgemeinen Krankenpflege sorgt zuverlässig für den "Aha"-Effekt: "Will die Zahnmedizin nur als Umsteiger-Station - aber nicht bei uns!" - Wer ein paar Monate Praktikum im Zahntechnik-Labor vorweisen kann, dem wird man gerne zutrauen, dass die Zahnmedizin das endgültige Wunschfach ist. Strategie 7: Medizinertest / TMS Bevor die Teilnahme am TMS Medizinertest gewählrt wird, ist zu klären, ob selbst im Fall der Bestnote des Testes die Aussicht auf einen Studienplatz erreicht werden kann. Zu sichten sind die spezifischen Konditionen derjenigen wenigen Universitäten, die den Test überhaupt in die Bewertung einbeziehen. Dies ist mit der eigenen Abitur-Gesamtnote zu vergleichen. Das Zünglein an der Waage ist der Medizinertest am ehesten bei bereits recht guter Abiturnote. Nur, sofern rein rechentechnisch solche Möglichkeiten ermittelbar sind, ist die Teilnahme am TMS-Test möglicherweise sinnvoll. Diese Teilnahme sollte intensiv vorbereitet werden. Seit einem halben Jahrhundert oder länger behaupten manche Psychologen, solche Tests seien wenig oder gar nicht trainierbar - teils, indem sie sogleich ihre eigenen Broschüren oder Dienste für das Trainieren anbieten. So macht sich nun einmal jede Profession gerne unentbehrlich....
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Ökonomenkalkul: Medizinstudium, dessen Kosten und die von Studienplatzklagen Trotz hoher Kosten hat ein Medizin-Studium im Ökonomen-Kalkul eine hohe "Rendite": Späteres höheres Einkommen (zuzüglich Sozialrendite durch Ansehen).. 10 und mehr Wartesemester mögen dahingegen etwa 200 000 bis 400 000 Euro Verlust erzeugen (weniger Lebens-Arbeitsjahre). Eventuell einkommenfrei gelebte Wartejahren würden weitere etwa 50 000 Euro kosten. Quereinstieg führt meist sofort zum verlustfreien Eintritt in das Studium. Zwar etwa 6...24 Monate zusätzliche Studiumsdauer... aber lern-produktiv - ein anderen Studienfach mit fachnahem Zusatzwissen. Dies dürfte die mittlere Einkommens-Rendite aufwanddeckend erhöhen. Was an Mehraufwand durch den Quereinstieg anfällt, kann gegenüber diesen Größenordnungen vernachlässigt werden. Studienplatzklagen zum Erstsemester sind dahingegen recht aufwendig. Sie können trotzdem Sinn haben. Wegen der meist nötigen mehrfachen Wiederholung - im statistischen Mittel wohl rund 7 Semester lang zu wiederholen - ist der Kostenanfall weniger leicht mit der rein finanziellen Bilanz auszugleichen. Denn auch in diesem Fall entsteht eine Verzögerung, deren statistischer Mittelwert wohl eher oberhalb der mittleren statistischen Verzögerung beim Quereinstieg liegt. Das strategische Effizienzmaximum für das Wunschstudium wird je nach Einzelfall wohl oft erreicht: - indem auf jeden Fall der Quereinstiegt angegangen wird, - dies eventuell verbunden mit parallel laufenden Studienplatzklagen. Eltern, denen das Finanzieren von Studienplatzklagen leicht fällt, dürfte es kaum geben. Mit ihrer finanziellen Bereitschaft finanzieren sie, dass das System auch für alle anderen Bewerber ständig kontrolliert wird und ständig auf einem relativ hohen Niveau der Legalität ablaufen muss. Der Bürokratismus wird an noch mehr Ausufern gehemmt durch die wachsame Qualifikation der Anwälte. Gleichgültig, wie man es werten will, jedenfalls ist ein begleitender erheblicher positiver Gemeinwohl-Effekt unbestreitbar gegeben. Ist Mitwirkung seitens der Eltern vorteilhaft? Meistens haben die Eltern von Bewerbern für Medizinfächer selber ein abgeschlossenes Hochschulstudium - sehr oft in einem Medizinfach, ferner viele Jahre mit beruflicher Erfahrung. Bei routinierten Helfern für den Zugang zum Wunschstudium sind meist Personen mit Hochschulabschluss tätig - meist auch mit vielen Jahren beruflicher Erfahrung. In einem Strategietelefonat mit den Eltern geht es auf Grundlage der wechselseitigen Erfahrung binnen Minuten effizient zur Sache. Auch sind die Eltern meistens die Zahlmeister. Der unmittelbare Ersteindruck erleichtert es, dem Abiturienten / Studenten grünes Licht zu geben. Dies ist keine allgemeine Studienberatung Die informativen Arbeitshilfen und Texte dieser Website zu diesem Thema wollen helfen, die unglücklichen Folgewirkungen von umstrittenen Regulierungsformen zu lindern. Natürlich wird dies nicht aus staatlichen Haushalten finanziert, zumal die Bearbeitung hierfür üblicherweise nur durch Personen mit abgeschlossenem Hochschulstudium und mit vielen Jahren Berufserfahrung erfolgt. Sofern Sie nur eine rasche einfache Beantwortung von kleinen Fragen wünschen, so sind die dafür vom Steuerzahler finanzierten Studienberatungsstellen der richtige Adressat Ihrer Anfrage. Erst, wenn es um die eigentliche Strategie der Alternativen geht, werden die hier gelieferten weiter reichenden Arbeitshilfen Ihnen vollen Nutzen bringen. Die Kosten einer Studienplatzklage durch die Rechtsschutzversicherung abdecken? Ihr Rechtsanwalt / Ihre Rechtsanwältin klärt gewöhnlich auch die Möglichkeit des Eintritts eines Rechtsschutzes (Rechtsschutzversicherung, Kostenschutz) für die Kosten von Anwalt und Gericht (gesetzliche Anwaltsgebühren, Verwaltungsgericht). Ohne Rechtsschutzversicherer wird es teuer für den Kläger - für die Klägerin. Welche Risiken die Versicherung genau einschließt, ist den ARB zu entnehmen, die der Versicherungspolice beiliegen. Eine anwaltliche Deckungsanfrage kann diese Kernfrage sodann für den konkreten Fall zuverlässiger klären. Der Versicherer prüft in diesem Fall auch, ob die Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg hat. Dies ist bei Studienplatzklagen (Kapazitätsklagen) relativ komplex gelagert. Erstes Problem: Für eine vernünftige Erfolgsaussicht genügt nicht 1 Kapazitätsklage. Es müssen mehrere Universitäten zugleich verklagt werden. Hierauf spezialisierte Anwälte wissen allerdings, welche Universitäten am ehesten eine Aussicht auf Erfolg bieten - also Aussichten auf ungenutzte Studienplatz-Kapazitäten (Kapazitäts-Klage). Aber zweites Problem: Der juristische Sieg ist nicht identisch mit dem Erreichen des Zieles des Klägers... Wenn beispielsweise 1000 Kläger "gewonnen" haben für 10 Studienplätze an 1 der verklagten Unis, so entscheidet ein anschließendes Verteilungsverfahren über die 10 Studienplatz-Gewinner an dieser Uni unter den 1000 Prozess-Gewinnern. Beispielsweise kann der endgültige Entscheid im Weg der Verlosung eintreten. Zu beachten ist des weiteren, welche Kosten der Anwalt Ihnen eventuell für Vorklärungen in Rechnung stellen könnte. Wichtig hierbei ist, dass ein Anwalt einen besonderen gesetzlichen Anspruch auf Gebühren hat und für die Geltendmachung, die Vollstreckbarkeit und das Inkasso eine bevorzugte Stellung genießt. Es muss also bei Anfragen immer ausdrücklich klargestellt werden, ob es sich noch um ein kostenfreies Einführungsgespräch handeln soll. Beispielsweise kann im Verlauf eines Telefonates durchaus einvernehmlich ausgeweitet werden auf anwaltliche Beratung. Dies kann durchaus dem Wunsch des Anfragenden entsprechen. Nur eben sollte insoweit immer für ausdrückliche Klarheit gesorgt werden. Bei einer Studienplatzklage können sich aufsummieren: Gebühren, Honorar (Anwaltshonorar), Kosten / Verfahrenskosten / Gerichtskosten, Kosten auch für den oft bestellten gegnerischen Anwalt - Verteidigung seitens der Universität - , Gebühren für einen Korrespondenzanwalt. Geht der Anwalt im Fall der voraussichtlichen Ablehnung möglicherweise in die Berufung, so sind auch die Kosten aus dem Berufungsverfahren bereits zu bedenken. Bei Erteilung des Mandates und bei Ausfertigung der Vollmacht zum Mandat (Anwaltsvollmacht) sollte zugleich eine Absprache erfolgen zum geplanten Streitumfang, zur Anzahl und Auswahl der zu verklagenden Universitäten und zur Begrenzung der Kostenrisiken. Nicht alles ist voraussehbar. Aber ein Anwalt mit Erfahrung zu Studienplatzklagen kann es recht zuverlässig schätzen. Der Schlüssel zum Gebührenanfall ist, wie viele und welche Universitäten man verklagen wird. Im Fall einer Rechtsschutzversicherung der Eltern ist zu prüfen, inwieweit die Klagen für die Interessen ihrer Kinder gedeckt sind (Eintrittspflicht / Rechtsschutzfall). Volljährige, unverheiratete und nicht berufstätige Kinder sind bis zum 25. Geburtstag in der Rechtsschutzversicherung gewöhnlich mitversichert (allgemeine Bedingungen, Versicherungsbedingungen). Die Klausel der Berufstätigkeit muss allerdings sorgfältig fallbezogen gesichtet werden. Denn gerade beim Warten auf ein Medizinstudium sind diesbezüglich Grenzfälle wegen der jeweiligen Ausweichtätigkeiten denkbar. Studienplatzklagen ausgeschlossen? Zu klären ist auch, ob die Verfahren der Studienplatzklagen vom Klagezweck her abgedeckt sind oder ob diese Leistungsart möglicherweise ausgeschlossen ist. Im Fall des Ausschlusses kann vielleicht eine Erweiterung zum Versicherungsschutz mit Hilfe des Vertreters des Versicherers erreicht werden. Danach ist möglicherweise eine Wartezeit / Wartefrist von vielleicht effektiv 3 bis 6 Monaten zu beachten. Ferner ist eine eventuelle Kostenbegrenzung zu beachten (Deckungsbegrenzung, Deckungssumme). Zu klären ist ferner vorab, welche Kosten gleichwohl vom Versicherungsunternehmen nicht getragen werden: Selbstbeteiligung / Selbstbehalt / Eigenbeteiligung / Eigenanteil? Ausgeschlossene Kostenarten? Der Neuabschluss einer Versicherung kommt in Betracht, so lange es dafür noch Versicherer gibt, die solche Klageverfahren nicht ausschließen. Verfahren bei einem Verfassungsgericht oder vor internationalen Gerichtshöfen sind gewöhnlich nicht gedeckt. Dies ist wichtig im Hinblick auf die verfassungsrechtliche Bedenklichkeit der gegenwärtigen universitäten Verfahren, ferner im Hinblick auf Aspekte der wohl belegbaren sozialen Diskriminierung für einige praktizierte Verfahrensweisen. Solche Verfahren können sehr teuer werden, sofern die Vertretung durch hierauf spezialisierte Anwälte gewählt wird. Wann ist es zu spät für alternative Lösungen? Nützliche Alternativen bestehen kaum noch, sofern bereits 8 oder mehr Wartesemester angesammelt wurden. Nach sehr viel Wartezeit, nach vielen Wartejahren ist es für sonstige Lösungen oft zu spät. Dann ist es fast immer optimal, die Restzeit auszusitzen. Sofern Sie mit Quereinstieg bereits fast am Ziel sind (die meisten nötigen Studienergebnisse bereits erreicht), so ist dies ebenfalls ohne Bedarf der Sichtung von Alternativen. Dann verbleiben in erster Linie Detailfragen. Diese klären Sie dann zweckmäßig durch das gezielte Ansprechen der jeweils zuständigen Stellen. Dies bringt die größte Aussicht auf Erfolg.
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